Stadtführung in Lauffen

am Mittwoch den, 06. April 2016

Dieser Tagesausflug mit Dieter Mannes war wieder etwas ganz Besonderes für alle Kunst- und Kulturinteressierten. Es begann mit einer Begehung des historischen Teils am linken Neckarufer, dazu erzählte Klaus Koch mit Geschichten und Anektoden wie das Leben der Lauffener in früheren Zeiten bestimmt war. Sein Weg führte durch die Gassen rund um die Regiswindiskirche, die wir dann auch von innen besichtigen konnten. Sie erhielt ihren Namen von der Tochter des Burgherrn Graf Ernst vom Nordgau und seiner Frau Friedburga. Regiswindis wurde im Alter von 7 Jahren von ihrer Amme ermordet und in den Necker geworfen. Drei Tage später wurde ihr Leichnam unversehrt am Ufer gefunden. Aufgrund dieses „ Wunders“ wurde sie heilig gesprochen. Der Steinsarkophag steht in der Regiswindiskapelle neben der Kirche.

Von der alten Neckarbrücke aus hatte man einen herrlichen Blick auf die Burg Lauffen und auf die Regiswindiskirche. Nach der Führung ging es zur Mittagspause auf den Kiesplatz, dort wurden wir von Frau Link bestens mit Getränken bewirtet. Sie machte uns schon zum Vesper mit den Weinen der Lauffener Winzer bekannt.

Bereits nach einer knappen Stunde erwartete uns Eva Ehrenfeld zur Führung rund um Hölderlin. Sie führte uns zuerst zum Kunstwerk „Hölderlin im Kreisverkehr“ von Bildhauer Peter Lenk. Es wurde am 1. Juni 2003 in Lauffen, der Geburtsstadt des Dichters Friedrich Hölderlin enthüllt. Auf einem filigranen H ist der Dichter auf einem Federkiel platziert dargestellt. Die Doppelfigur Goethe/Schiller beherrscht den Mittelpunkt. Die einzig weibliche Figur Diotima, die Geliebte Hölderlins ist als klassische Schönheit dargestellt. Obenauf steht Herzog Carl Eugen in der Pose des absoluten Herrschers. Die Figur Friedrich Nietzsches auf einem Fahrrad stellt die Verbindung zu Hölderlin späterer Zeiten her. Im Garten des Museums befindet sich noch eine kleine Gedenkstätte Hölderlins. Er wurde 1770 in Lauffen geboren. Das Herzstück ist ein bronziertes Zinkrelief mit der Büste Hölderlins. Großvater und Vater des Dichters waren im 18. Jahrhundert hier Klosterhofmeister. Unsere Führung endete im Hölderlinzimmer das im ehemaligen Kloster untergebracht ist. Es beherbergt seit 2008 eine Ausstellung die als innovativ und vorbildlich in Bezug auf Vermittlung von Literatur gilt. Auf nur 25 Quadratmetern erhält man einen Einblick in Werk, Leben und Wirken des großen Dichters. Es war ein Glücksfall, dass in Lauffen mit Eva Ehrenfeld eine Frau für Hölderlin zuständig ist, die als Lyrikerin die Tiefen des Werkes kennt und als Kulturmanagerin doch sehr praktisch veranlagt ist. Seit kurzem ist sie auch in Tübingen Geschäftsführerin der Hölderlin Gesellschaft. Nach einer gemütlichen Kaffeepause im Museum, wir wurden verwöhnt mit selbstge-backenem Kuchen, holte uns Frau Gudrun Link zu einer Weinerlebnisführung ab.  Wir wanderten die terrassierten Steillagen hinauf, erfuhren viel über den Weinbau und auch wieviel Mühe und Arbeit dahintersteckt, bis man endlich einen Ertrag erwirtschaften kann. Mit Blick auf die alte Neckarschleife erhielten wir mitten in den Weinbergen noch eine kleine Weinprobe.

Den Abschluss bildete dann der Besuch im Restaurant Dächle, mit einer großen Auswahl an schwäbischen Speisen.

Vielen Dank an Dieter für diese hervorragende Organisation, Du hast es mal wieder geschafft die besten Leute für unsere Führungen zu gewinnen, die uns diese Stadt auf so interessante Weise nahe brachten.

Brigitte Rebholz

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