Wanderung rund um Gochsheim am 15. April 2015

Treffpunkt 08.00 Uhr an der Schemppstraße – strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint – gute Voraussetzungen und alles vom Feinsten!
Wir fahren mit der U7 zum Hbf., weiter mit dem Zug nach Karlsruhe-Durlach und mit der dortigen S-Bahn nach Gochsheim.
Im Zuge der Gemeindereform 1971 haben sich die im Tal des Kraichbachs gelegenen Städte Gochsheim und Unteröwisheim sowie sieben weitere Gemeinden zusammen geschlossen und bilden seitdem die Stadt Kraichtal, die wiederum im Kraichgau liegt.
Start unserer Wanderung ist der Bahnhof in Gochsheim. Wir überqueren zunächst den Kraichbach und folgen dem Weg südlich der Bahnlinie. Nach wenigen Metern sehen wir auf einem Streuobstgrundstück eine alte Feldscheune und nach einer Kurve beginnt die Staighohle (ein Hohlweg). Hier ist es schön schattig; die Böschungen sind mit hohen Bäumen bewachsen und erst nach ca. 250 m öffnet sich der Hohlweg und wir befinden uns auf einem Panoramaweg, der einen herrlichen Ausblick auf Gochsheim bietet. Ein wunderschöner Tag – grüne Wiesen mit Gänseblümchen und Wiesenschaumkraut und blühenden Kirschbäumen – wir genießen es sehr!
Es geht weiter. Vorbei an der Quelle am Flehinger Berg, entlang der historischen „Hohe Straße“ und einem kleinen, nur einen Meter tiefen Wiesen-Hohlweg mit grasig bewachsenen Flanken und erhalten den Blick auf das Stadtpanorama mit dem Graf-Eberstein-Schloss, der Stadtkirche und der Altstadt. Der Weg führt weiter an der alten Stadtmauer entlang. Nach einem kurzen Abstecher zum Scharfrichter-Haus, dem ältesten Gebäude von Gochsheim aus dem Jahre 1615, steigen wir die 93 Stufen der Schlosstreppe hinauf. Eine Mittagspause mit belegten Brötchen, Butterbrezeln und Getränken gönnen wir uns im Schloss-Café.
Nach dieser Stärkung erwartet uns unser Schlossführer,  Karl Wilms. Zuerst geht es noch in die Stadtkirche Sankt Martin. Diese geht auf eine 1312 erwähnte Stadtkapelle zurück, die 1499 umgebaut und dem heiligen Martin geweiht wurde. Nach zwei Großbränden 1689 und 1739 wurde die Kirche zerstört. Das heutige Langhaus und der Chor entstanden im Jahre 1788.
Wir folgen Herrn Wilms in den Schlosshof und anschließend ins Graf-Eberstein-Schloss. Dieses Schloss war einst Sitz der mächtigen Grafen von Eberstein. Die historischen Räumlichkeiten laden zu einem Rundgang durch die Regionalgeschichte sowie zur Dauerausstellung drei renommierter Künstler mit Kraichtaler Wurzeln ein. Zum einen präsentiert das Museum Werke des Künstlers Prof. Karl Hubbuch, ein Wegbegleiter und Zeitgenosse von Otto Dix und Max Beckmann. Zum anderen sind weitere Räume dem Theologen, Maler und Volkskundler Dr. Carl Krieger gewidmet sowie der 2010 verstorbenen Künstlerin Margarethe Krieger. Darüber hinaus konnten wir eine umfangreiche Bügeleisensammlung bestaunen.
Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen ging es wieder weiter ein Stück bergab und wir kamen zum Badischen Bäckereimuseum, wo uns unser neuer Führer,  Alfred Weber, bereits erwartete. Dieses Museum wurde 1978 vom Bäckerfachverein Bruchsal im früheren Gemeindebackhaus eingerichtet. Das Museum zeigt u.a. fast vergessene mechanische Arbeitsgeräte wie Teigbrecher, Teigteil- und Nudelmaschinen, Backkörbe, Sackklopfer und Mehlsiebe. In das Erste Deutsche Zuckerbäckermuseum, welches sich neben dem Bäckereimuseum befindet, mussten wir natürlich auch noch gehen. Dieses wurde 1986 eröffnet und im Jahre 2000 völlig neu eingerichtet, nachdem der Düsseldorfer Alexander Pauels seine einmalige Sammlung mit historischen Konditorformen dem Museum überlassen hat. Große, mit Transmission betriebenen Maschinen zur Bearbeitung von Zuckermassen sind hier ebenfalls zu sehen. Zum Schluss gab es für jeden noch eine kleine Schokoladenverkostung. Nach den vielen Museen hatten wir uns eine Stärkung verdient und gingen zum Essen ins Restaurant „Zur Stadtschänke“, wo wir uns unser bereits am Vormittag  ausgesuchtes und telefonisch bestelltes Essen schmecken liessen. Kurz nach 18.00 Uhr Aufbruch zum Bahnhof. Züge wie am Morgen, nur umgekehrt, und gegen 21.30 Uhr waren wir wieder in Sillenbuch. Ein erlebnisreicher Tag war zu Ende. Es ist immer ein Genuss, die von Dieter angebotenen und hervorragend organisierten Kulturfahrten zu erleben.
 
Helga Vogt
 

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