Reggae Marathon 2015

... (m)ein Abenteuer auf Jamaika

„Come for the run, stay for the fun!“ Das ist das Motto beim Reggae Marathon auf Jamaika. Das wäre doch was, dachte ich mir. Also Infos im Internet sammeln und dann ins Reisebüro.

Der Reggae Marathon findet am ersten Wochenende im Dezember statt und da beginnt auf Jamaika so langsam die Hauptsaison. Also frühzeitig im Reisebüro buchen schadet nicht. Wenn man sich vor Juli beim Marathon anmeldet, ist das am günstigsten und kostet 90 Dollar. Angeboten wird auch noch Halbmarathon und 10km.

Am 2. Dezember ging es per Direktflug von Frankfurt nach Montego Bay auf Jamaika - 11 Stunden Flugzeit. Dort angekommen, wurden meine Frau und ich per Taxi nach Negril gebracht. Negril liegt im Westen von Jamaika, dort findet der Marathon statt, in diesem Jahr zum 15. Mal. Unser Hotel liegt traumhaft schön am Strand der Bloody Bay.

Ziemlich schnell habe ich erkannt, dass der Marathon eine „heiße Sache“ wird. Wir waren zum ersten Mal in der Karibik und ich habe das Klima wohl etwas unterschätzt. Am Donnerstag, 2 Tage vor dem Marathon, wollte ich noch einen Testlauf machen. Ich habe 3 Triathleten aus Frankfurt kennen gelernt - zu viert liefen wir locker 7km. Danach waren wir komplett nass geschwitzt und bedient. Es war eine feuchte Hitze! Ab da galt die Devise: Zeit ist unwichtig, durchkommen ist alles!

Am Freitag mussten wir die Startunterlagen am Sportkomplex eines Hotels abholen. Zusätzlich zur Startnummer gab es noch ein T-Shirt, eine Trinkflasche, einen Sportbeutel und 2 Flaschen Iso-Getränk, danach ging es zur angeblich größten Pasta Party der Welt. Hier waren mehrere Pasta Zelte, die von den Köchen der Hotels, die an der Strecke liegen, betreut wurden. Außerdem spielte die Silver Birds Steel Drum Band. Überraschenderweise gab es eine Bar, an der es das jamaikanische Red Stripe Bier und Cocktails gab. Wir sind aber ziemlich früh zurück ins Hotel gegangen, da die Nacht kurz sein würde.

Am Marathon Tag sind wir um 3 Uhr aufgestanden. Ab 3:45-4:30 Uhr fuhren Shuttle Busse alle 15 Min. die Hotels ab, um die Läufer zum Start zu bringen. Die Laufstrecke war flach und verlief auf der Hauptverkehrsstraße zwischen der Orange Bay und der Long Bay entlang des 7 Mile Beach. Die Straße war von 4-12 Uhr gesperrt. Um diese frühe Zeit war es stockdunkel. Der Startbereich war mit Strahlern beleuchtet und es lief Reggae Musik. Temperatur jetzt schon 26 Grad. Die Läufer versammelten sich auf der Straße. Die ersten Meter nach dem Start, wurden von Kindern mit Fackeln beleuchtet.

Um 5:15 Uhr ertönte ein Horn und es ging los. Die Strecke war ein Rundkurs. Zuerst 5 km zum Negril- Kreisverkehr, dann zurück zum Start/Ziel Bereich. Nun 5 km in die andere Richtung zur Orange Bay und wieder zurück. Die Halbmarathonläufer hatten es dann geschafft. Wir Marathonis mussten das Ganze nochmal machen. Nach dem Start war es ziemlich dunkel und die Strecke Läufer an Läufer gefüllt. Man musste vorsichtig sein, manche liefen sogar mit Stirnlampe. Von der Temperatur ging es noch einigermaßen. Jede Meile gab es Wasser und Iso-Getränke. Das waren Plastikbeutel die man mit den Zähnen aufbeißen musste. Gewöhnungsbedürftig, aber man kam schnell damit zurecht. Zusätzlich gab es dazwischen noch Obst und Gels. Nach einigen Kilometern hat sich das Feld etwas aufgelöst und man konnte freier laufen. Überall entlang der Strecke waren Lautsprecher, aus denen Reggae dröhnte. Durch den Rundkurs sah man irgendwann auf der anderen Seite die schnellen Läufer kommen. Außerdem überholte man auch die langsameren Halbmarathonläufer. Viele sahen das als Fun Event und gingen das locker an. Bei mir lief es anfangs ganz gut. Gegen 6:50 Uhr ging die Sonne auf. Jetzt wurde es langsam immer heißer. Irgendwann hatten wir so 32 Grad. Ich „tankte“ an jeder Wasserstelle was ging. Zusätzlich schüttete ich mir Wasser über den Körper. Da beim Marathon nur 158 Finisher ankamen, waren wir am Ende ziemlich alleine unterwegs. Als die letzten 10km vor mir lagen, knallte die Sonne richtig runter. Jetzt musste ich richtig beißen. Bloß keine Wasserstelle auslassen! Als ich sah, dass ich Kilometer 41 erreicht hatte, war ich total froh. Meine Frau stand am Zieleinlauf und begrüßte mich. Im Ziel erhielt ich die verdiente, schöne Medaille und war stolz, mich durchgekämpft zu haben.

Das war mein härtester Marathon!

Der Zieleinlauf war am Strand und viele Läufer sprangen direkt ins Meer. Im Zielbereich gab es gute Verpflegung. Vor allem genügend Wasser und Iso-Getränke. Red Stripe Bier war bei uns leider schon aus. Man konnte sich am Strand massieren lassen. Auf der Bühne spielte eine Reggae Band und alle waren gut drauf. Die Sieger wurden natürlich auch geehrt.

Es war ein super Erlebnis beim Reggae Marathon dabei gewesen zu sein. Danach erlebten wir noch einen Traumurlaub auf dieser schönen Insel.

Nun die Fakten:

  • 2015 beim 15. Reggae Marathon/Halbmarathon/10km, waren bis jetzt die meisten Teilnehmer dabei.
  • es waren über 2000 Finisher, davon 158 im Marathon. Bei den Teilnehmern waren 1400 Ausländer und 990 Einheimische dabei. Es waren Teilnehmer aus 30 Ländern.
  • nach 7 Stunden wird das Ziel eigentlich geschlossen, es wurde aber auch der Letzte mit 8 Std. 9 Min. gewertet!
  • Sieger Männer ein Pole in 2:36:00
  • Sieger Frauen eine Finnin in 3:08:50
  • ich hatte Gesamtplatz 26, in der Altersklasse Platz 2 und war zweitbester Deutscher
  • mehr im Internet unter reggaemarathon.com

Gerd Kauler - Lauftreff SV Sillenbuch

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